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Am Wegweißer zum 7. Himmel

er niamois lacht und oiwei grantlt,
mim sauan Gsicht sich durch des Lebn wandlt des is a' Tropf a' arma
der kannt oam scho dabarma!
Da boarische Mensch is net so zwida
er gibt a' bsond're Mischung wieda
moi lacha und dann grantig sei
des paßt bei eam ois mitnand nei!
Da bringst'n ned leicht durchanand
er woaß, wann wos paßt, des is Verschtand!
Natürli lernt ma des ned in da Schui
da braucht ma vo Geburt o's Gfui!
Doch zu uns wenn's kemmts' Ihr liabn Leit
na kriagt's as mit de boarisch echte Lebensfreid.
Drum legt's as ab des grantig Oitogsgsichta
wer herzhaft lacht kriagt koane Foltn nicht -
der bleibt 'a gsund glabs' as uns gwiß
selbst wenn er no koa Bayer is!
Seit Jahren mechtn mir des scho propiern
daß Ihr d'Theaterkartn auf Krankaschein kannt's kriagn!
Auf jedn Foi wünsch'n Eich vui Spaß und Freid
de Wild-Bad-Geltinger - Theaterleit.


Grüaß God, liabe Theaterfreind!

Der hintergründige Humor entspricht am ehesten unserer bayerischen Wesensart! Das "Laute" und "zotige Derbe" wird uns bayerischen Menschen zwar gerne nachgesagt, doch es trifft ganz und garnicht zu! Vielleicht sind wir aber auch oft selber unseres "Rufes Schmied"! Wir haben uns in den letzten Jahren sehr bemüht, bei der Auswahl der Theaterstücke dem Anspruch unserer "wirklichen" bayerischen Art gerecht zu werden. So hoffen wir, dass uns das auch mit der Komödie um die zwei Landstreicher Veit und Nigg gelungen ist. Das Stück von Maximilan Vitus scheint in vielen Passagen wirklich aus dem Leben gegriffen zu sein. Veit und Nigg beherbergen in einer stürmischen Winternacht eine halberfrorene Bauerntocher in einer Almhütte. Im Schlaf träumt Nigg sich dabei in die Rolle des Bauernsohnes hinein, der nach zwanzig Jahren seinen -außerehelichen- Vater findet. Er wird plötzlich fleißig und überaus tüchtig und kann den väterlichen Hof samt einer schönen Braut übernehmen. Dieser Traum bildet den Inhalt des zweiten und dritten Aktes! Die bittere Wirklichkeit holt unseren Vagabunden im vierten Akt wieder ein, in dem er in der kalten Almhütte aufwacht. Aber ein Gutes hatte dieser Traum, wie auch im richtigen Leben so oft - tausend gute Vorsätze werden gefaßt und der Glaube an ein besseres Leben ist neu geboren!
Hand auf's Herz - wie oft träumen wir noch? Und wann und wie reifen unsere guten Vorsätze - sind wir nicht auch manchmal in der Rolle dieses Nigg!