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Kirtahutsch’n

Dieser uralte Brauch war nicht nur in Gelting bekannt, sondern in vielen Orten unseres Landkreises. „In einer Tenne waren an Seilen oder Ketten schwingend Vierkantbalken von etwa 6 m Länge aufgehängt. Nach dem Kirchweihamt und besonders am Nachmittag tummelten sich die Buben und Madel daran. Dem Abend zu, nach der Stallarbeit, gehörte die „Hutsch’n“ den Burschen und Deandln. An jedem Ende stand ein „Anschutzer“, meist ein besonders kräftiges Mannsbild. Es war deren Ehrgeiz, die Hutsch’n bis zum Dachbalken hinauf zu schutzen. Die Deandl kreischten und die Burschen hatten ihre Freud daran.“ (Auszug Heimatbuch 1978)

Wenn man in den siebziger Jahren noch glaubte, dass so eine Hutsch’n mit ihrem Hin und Her mit den Achterbahnen und wilden Fahrgeschäften auf den Volksfesten nicht konkurrieren kann, so hatte man sich getäuscht. Im Jahr 1983 belebte die Brauchtumsgruppe diesen schönen Brauch in Gelting wieder und zwar zuerst beim „Schilcher-Anwesen“ und bis heute beim „Waldherr-Hof“.

Schon in aller Früh zaubern einige Vereinsfrauen die schmackhaften „Kirtanudl’n“ in beachtlicher Menge. Mit anderem Gebackenen wie Kuchen und Torten sind sie mit einem Haferl Kaffee ein begehrtes Schmankerl. Aber auch Grillfleisch oder Bratwürstl finden bei einer Halben Bier reißenden Absatz. Bis in den Abend hinein vergnügen sich die Geltinger, aber auch viele Gäste aus der Umgebung beim „Kirtahutsch’n“ und so mancher spürt noch in den nächsten Tagen die körperlichen und „geistigen“ Auswirkungen dieses besonderen Ereignisses.

 

Kirtahutch´n